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Die Deportation von Walter Serner und seiner Frau Dorothea aus Prag nach Theresienstadt und von dort zur Erschießung in die Wälder bei Riga fand im August 1942 statt. Drei bis vier Tage vor dem 10. August 1942 mussten sich beide mit wenig Gepäck in dem Sammellager "Radiomarkt" einfinden (errichtet im November 1941 auf dem Gelände der Prager Mustermesse), wo sie in Holzbaracken untergebracht wurden. 70 Jahre später wird das Gelände bebaut - ein Hinweis auf das Lager findet sich nicht.

In den frühen Morgenstunden des 10. August 1942 geht es für die zum Transport "Ba" ausgewählten Menschen - darunter Walter Serner (Nr. 253) und seine Frau Dorothea (Nr. 1338) - vom "Radiomarkt" mit leichtem Gepäck bergab zur Bahnstation Prag-Bubny (früher Bubna). Oben das bekannte Gebäude der Prager Mustermesse.

Vom Bahnhof Prag-Bubny (früher Bubna) werden zigtausende Prager Juden und andere von den Nationalsozialisten Verfolgte in das Therensienstädter Ghetto deportiert - so auch Walter Serner und seine Frau Dorothea am 10. August 1942. Einen Hinweis hierauf sucht man an der verfallenen Bahnstation 70 Jahre später vergebens.  

Stilles Gedenken in Praha-Bubny zum 70. Jahrestag der Deportation von Walter und Dorothea Serner.

Der Zug aus Prag-Bubny endet im Bahnhof Therezin-Bohusovice (Theresienstadt-Bauschowitz). Von dort müssen die Deportierten mehrere Kilometer in das Lager Theresienstadt laufen.

Konzentrationslager Theresienstadt: Die letzte Station von Walter und Dorothea Serner vom 10. bis 20. August 1942 vor der Deportation nach Riga 

 

Die Reichsbahn macht's möglich: Auszug aus der nach Abfahrtstagen geordneten Zusammenstellung von Sonderzügen für "Umsiedler, Erntehelfer und Juden" in der Zeit vom 8. August bis 30. Oktober1942; der Zug, mit dem Walter und Dorothea Serner von Theresienstadt nach Riga transportiert wurden, trägt die Zug-Nr. Da 402; der Transport war für 1.000 "Juden" vorgesehen

(Quelle: Engwert/Kill [Hrsg.], Sonderzüge in den Tod, Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn, 2009, S. 66)

Der Wald von Bikernieki in Riga, wo Walter und Dorothea Serner am 23. August 1942 zusammen mit 998 Leidesgenossen von Nazi-Schergen erschossen wurden. Der Wald gilt als erster Ort, an dem die systematische Ermordung von Juden mittels Massenerschie-ßungen durch das NS-Regime stattfand. Hier finden sich die größten Massengräber Lettlands, insgesamt 55 Stück (heute eingefasst im Wald erkennbar). Von Sommer 1941 bis Herbst 1944 wurden in ausgehobenen Sandgruben 35.000 bis 50.000 Menschen erschossen. Seit 2001 gibt es eine würdevolle Gedenkstätte, an der wir zum 70. Jahrestag der Ermordung von Walter und Dorothea Serner einen Kranz niedergelegt haben.

 

Quelle: Barkahan (Hrsg.), Die Vernichtung der Juden in Lettland 1941 - 1945, 2008